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Faszination Seifenblasen – Wissenschaft zum Staunen und Mitmachen

Seifenblasen sind mehr als nur ein lustiges Spielzeug – sie stecken voller spannender wissenschaftlicher Fragen. Mit diesen Worten kündigte Dozent Joachim Lerch die Experimentalvorlesung „Faszination Seifenblasen – die Wissenschaft hinter den bunten Blasen“ an, die in der Kulturhalle in Ertingen stattfand. Rund 140 junge Studierende waren der Einladung der Kinder-Uni Oberschwaben gefolgt, die die Veranstaltung unterstützt durch die Michel-Buck-Gemeinschaftsschule Ertingen organisierte.

Zu Beginn stellte Elisabeth Sontheimer-Leonhardt, Leiterin der Kinder-Uni, in ihrer Begrüßungsrede den Referenten vor: Lehrer, Pädagoge, Kindersachbuch-Autor und Gründer der Science Days im Europa-Park Rust, die jährlich unzählige junge Forschende begeistern.

Chemie, Physik und Staunen – Seifenblasen als Forschungsobjekt

Schon die ersten eindrucksvollen Bilder verschiedenster Seifenblasen auf der großen Leinwand ließen die Kinder staunen. Doch schnell wurde es wissenschaftlich: Woraus besteht eine Seifenblase eigentlich? Und was hat Seife mit Chemie zu tun?

Kindgerecht erklärte Lerch die Struktur eines Seifenmoleküls, zeigte an der Palmitin-Natronseife den hydrophilen und hydrophoben Teil und wie Seife Schmutz im Wasser lösen kann. Mit den Figuren „Lipo“ und „Hydro“, die sich nicht mögen und sich im Glas in Öl und Wasser trennen, gelang ihm eine anschauliche Einführung in die Welt der Moleküle.

Warum sind Seifenblasen rund? Und können sie auch eckig sein?

In spannenden Experimenten untersuchten die Kinder, warum Seifenblasen eigentlich immer rund werden und ob es eckige Blasen geben kann. Beim Versuch mit einem würfelförmigen Rahmen zeigte sich: Im Inneren entstehen zwar Ecken, doch sobald Seifenblasen frei fliegen, formen sie sich wieder zur stabilsten Form – der Kugel.

Lerch ging auch der Frage nach, warum Seifenblasen platzen und wie man sie länger erhalten kann. Mit Sprühflaschen befeuchteten die Kinder die Luft – und lernten: Feuchtigkeit verlängert die Lebensdauer einer Blase. Auf Wolle bleiben Seifenblasen besonders lange heil, „weil winzige Härchen das Wasser abhalten – so wie das Fell von Schafen“, erklärte Lerch.

Brennende Seifen und elektrischer Strom

Staunen und Herzklopfen gab es, als es um die Frage ging: Können Seifenblasen brennen? Ein spektakuläres Experiment mit einer „brennenden Hand“, die durch einen Seifenfilm geschützt war, sorgte für große Augen – gemeinsam mit dem deutlichen Hinweis:
„Bitte nicht zuhause nachmachen!“

Auch zur Frage, ob Seifenblasen Strom leiten können, gab es verblüffende Antworten – und wichtige Hinweise auf Sicherheitsregeln im Badezimmer.

Das Geheimnis der bunten Farben

„Warum schillern Seifenblasen so bunt?“ Auch diese Frage wurde wissenschaftlich erklärt. Lerch führte in die Interferenz von Licht ein: Einfallende und reflektierte Lichtwellen im dünnen Seifenfilm zerlegen das weiße Licht in ein buntes Spektrum – ein Hauch Physik zum Staunen.

Ein Finale zum Mitmachen

Für Begeisterung sorgten zum Abschluss riesige Seifenblasen, die vor der Bühne schwebten. Schließlich gelang es Lerch sogar, einzelne Kinder komplett in eine Seifenblase zu stellen – ein Moment, der mit Jubel und Blitzlicht begleitet wurde.

In einer Fragerunde am Mikrofon stellten die jungen Forschenden kluge Fragen, die Lerch geduldig und anschaulich beantwortete. Auch nach dem offiziellen Ende bildete sich eine lange Schlange neugieriger Kinder, die noch mehr wissen oder selbst in einer Riesenblase stehen wollten.

Die Veranstaltung endete mit gewaltigem Applaus – und dem Gefühl, dass Wissenschaft Spaß macht.

Text und Fotos: Kinder-Uni Oberschwaben e.V. SOLE