Spannende Kinder-Uni-Vorlesung mit dem Tübinger Privatdozenten Dr. Christoph Schäfer
Über 100 junge „Studierende“ kamen im Richard-Hohly-Saal der Joseph-Christian-Gemeinschaftsschule zusammen, um bei der Kinder-Uni eine faszinierende Vorlesung zu erleben. Zu Gast war Dr. Christoph Schäfer vomInstitut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen, der mit den Kindern der Frage nachging: Woher kommt eigentlich das Wasser auf unserer Erde?
Gleich zu Beginn stellte Dr. Schäfer vier spannende Fragen:
Wie viel Wasser gibt es auf der Erde? Wann kam es hierher? Wer hat es gebracht? Und welche Rolle spielten die Vulkane dabei?
Anhand beeindruckender Bilder, anschaulichen Vergleichen und vieler Mitmachfragen erklärte der Wissenschaftler, dass die Masse der Ozeane rund 13,7 × 10²⁰ Kilogramm beträgt. Rund 71 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt – und vermutlich sogar im Inneren der Erde verbergen sich große Mengen Wasser. Während ein Kind aus 65 bis 75 Prozent aus Wasser besteht, enthält die ganze Erde – prozentual betrachtet – jedoch sehr wenig Wasser, nämlich weit weniger als ein Prozent.
Wie man Wasser im Universum überhaupt entdecken kann, zeigte Dr. Schäfer anhand farbenfroher Spektralanalysen: Durch das Aufspalten des Sternenlichts in seine Farben erkennen Astrophysiker, welche Elemente – darunter auch Wasser – in weit entfernten Galaxien vorkommen.
Besonders spannend: Unser Planet war bei seiner Entstehung wahrscheinlich völlig trocken. Erst durch Einschläge von Asteroiden und Kometen gelangte Wasser auf die Erde. Dieses uralte Wasser, das heute Flüsse, Seen und Meere füllt, ist mindestens so alt wie das Sonnensystem selbst.
Zum Schluss erklärte Dr. Schäfer, dass Vulkane eine wichtige Rolle spielten, indem sie das Wasser aus dem Erdinneren als Dampf wieder an die Oberfläche brachten – und so halfen, die Ozeane zu bilden.
Mit großem Applaus bedankten sich die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer für eine spannende Reise von den Tiefen des Marianengrabens bis in die Weiten des Universums.
Foto: Am 23. Januar 1960 erreichten Jacques Piccard und Don Walsh mit dem Tauchboot „Trieste“ den Grund des Marianengrabens und damit das Challenger-Tief. Sie stellten einen Tiefenrekord auf, indem sie eine Tiefe von 10 916 Metern erreichten und damit die Rekordtiefe von 11 000 Metern fast erreichten. Der Tauchgang erbrachte wichtige Erkenntnisse über die Tiefsee und bewies die Existenz von Leben in der tiefsten Stelle der Ozeane, was zuvor unbekannt war. Victor Vescovo hält den aktuellen Tiefenrekord mit 10 928 Metern, den er im Jahr 2019 aufgestellt hat. Im Gegensatz zum Tauchgang des U-Boots Trieste am 23. Januar 1960, bei dem Jacques Piccard und Don Walsh die Marke von 10 916 Metern erreichten, fand Vescovo neben neuen Tiefseebewohnern auch menschliche Spuren wie Plastikmüll.
TEXT und FOTO: Kinder-Uni SOLE